Flöhe lieben den Winter

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Denn da haben sie ein leichtes Spiel. Die Objekte ihrer Begierde – sprich Hund und Katze – kommen in regelmäßigen Abständen brav an ihre Schlafplätze zurück. So trifft man sich leichter. Im Sommer hingegen treiben sich die lebenden Futterquellen der Blutsauger oft stundenlang im Freien herum. Ärgerlich für den Floh!


Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier

Doch daher heißt es für den Haustierbesitzer vor allem in der kalten Jahreszeit aufgepasst: Aufmerksam sollte er beobachten, ob sich sein Vierbeiner vermehrt kratzt. Denn ist der Floh erst einmal Zuhause eingezogen, wird man ihn nur mit Mühe wieder los. Und sich einen Floh einzufangen, ist ein Leichtes. Das kommt leider im reinlichsten Haushalt vor. Dabei ist wichtig zu wissen: Flöhe sind nicht nur lästig, sondern tatsächlich gefährlich. Sie sind in der Lage, Bandwürmer zu übertragen. Daher muss nach jeder erfolgreichen Flohbekämpfung stets eine Entwurmung folgen. Außerdem neigen immer mehr Haustiere zu ausgeprägten Flohstichallergien, die nur mit stark wirksamen Medikamenten in den Griff zu bekommen sind.

Da es viele Gründe geben kann, warum ein Tier unter Juckreiz leidet, ist es wichtig zunächst zu klären, ob tatsächlich ein Flohbefall vorliegt. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen können Menschen mit scharfem Blick die Flöhe mit bloßem Auge als kleine, schwarze, hüpfende Punkte erkennen. Dies gelingt in der Regel aber nur bei massivem Befall. Zum anderen hinterlassen Flöhe Spuren. Ihren Kot findet man vorzugsweise unter den Achseln, im Bauchbereich und zwischen den Hinterbeinen des befallenen Tieres. Es handelt sich dabei um kleine braune Krümel, leicht zu verwechseln mit Dreck aus Feld und Wald. Um den Kot von Schmutz zu unterscheiden, gibt man die Brösel in ein feuchtes Taschentuch und drückt dieses zusammen. Bildet sich um die Krümelchen ein rötlich, brauner Saum, befindet sich tatsächlich Flohkot im Tuch. Die Verfärbung am Rand der Partikel kommt durch Blutreste in den Ausscheidungen der Parasiten zustande. Außerdem springen die Übeltäter auch ab und an auf den Menschen über. Der beobachtet dann meist einige rote, stark juckende Pünktchen an den eigenen Beinen oder Unterarmen. Ein deutlicher Hinweis auf den Flohbefall seines tierischen Mitbewohners. Doch Menschen haben Glück. Sie sind als Fehlwirt nur eine Zwischenstation für den Floh. Merkt der, dass er hier falsch ist, verabschiedet er sich auch schnell wieder.

Ist der Beweis für den Flohbefall erst erbracht, muss zum Angriff geblasen werden und zwar an allen Fronten. Damit sind vornehmlich zwei Einheiten gemeint. Zum einen das unter dem Parasiten leidende Tier, zum anderen die Umgebung, in der sich der Vierbeiner aufhält. Shampoos und Puder aus dem Zoofachhandel als einzige Behandlungsmethode reichen weder für den Vierbeiner noch für dessen Lebensraum aus. Um das Haustier von seinem Ärgernis zu befreien, bedarf es leider der chemischen Keule. Es handelt sich dabei um Präparate, die auf die Haut aufgeträufelt und über diese in den Tierkörper aufgenommen werden. Der Wirkstoff tötet den Floh nach der Blutmahlzeit ab. Sie sind nur über den Tierarzt oder in Apotheken erhältlich. Zudem steht zwingend eine Reinigung des gesamten häuslichen Bereiches an, in dem sich der Hund aufhält. Um die Bedeutung dieser Maßnahme zu begreifen, muss man wissen, dass nur etwa ein Zwanzigstel der gesamten Flohpopulation auf dem Tier lebt. Alle übrigen Plagegeister halten sich in Betten, langfaserigen Teppichen, Polstermöbeln und Decken auf. Daher heißt es, Ärmel hoch! Alles Waschbare gehört bei mindestens 60°C in die Waschmaschine. Der Staubsauger ist außerdem gefordert. Er darf jetzt Höchstleistungen erbringen. Alle Ritzen müssen abgesaugt werden. Nach jedem Saugen ist es ratsam, die Beutel zu entleeren. Ansonsten kann sich der Floh dort weiter entwickeln. Zusätzlich können Vernebler, so genannte „Fogger“, und Sprays mit Insektiziden zum Einsatz kommen. Dabei sollte auf Umweltverträglichkeit und die Anwesenheit von Kindern geachtet werden.

Also heißt es, insgesamt wachsam sein. Je früher man Flohbefall bekämpft, desto leichter stellt sich der Erfolg ein. Denn bei aller Tierliebe – wer mag schon seinen Haushalt mit diesen Kleinstbewohnern teilen?

Quelle: aktion tier - menschen für tiere e.V.
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